Die Kommunale Holzvermarktung steht vor großen Herausforderungen

Jenny Groß MdL im Gespräch mit Leiter Martin Gräf

Die kommunale Holzvermarktung ist seit dem 1. Januar 2019 begründet worden und hat seither für den Westerwald und den Rhein-Taunus-Kreis seinen Sitz in Höhr-Grenzhausen. Leiter Martin Gräf und seine Mitarbeiter sind seither zuständig für den Holzverkauf aus den kommunalen Forstbetrieben. Damit gehören sie am Standort in Höhr-Grenzhausen zu einem von fünf Vermarktungsorganisationen im Land. Anlass für die Trennung und Neuordnung der Holzvermarktung in Rheinland-Pfalz waren wettbewerbsrechtliche Bedenken des Bundeskartellamtes.

Dadurch standen die Kommunen vor einer großen Herausforderung.

„Dazu kam, dass die Kommunale Holzvermarktungsgesellschaft Westerwald-Rhein-Taunus mbH sofort nach der Gründung mit einer Problematik konfrontiert worden ist, mit der man nicht gerechnet habe“, so Kurt Schüler, Sprecher des Beirates der Gesellschaft. Durch die Borkenkäfer-Kalamität und die Probleme durch die Trockenheit habe man viel größere Holzmengen auf den Markt bringen müssen als vorher vermutet. Dies habe von den Mitarbeitern einen sehr hohen Arbeitseinsatz abverlangt, erklärte Schüler.

Nachdem Jenny Groß MdL bereits mehrere Gespräche mit dem Forstamt und den hiesigen Förstern im Wald führte sowie das Folienlager besuchte, hat sie nun den Dialog mit der kommunalen Holzvermarktung geführt. „Es ist mir wichtig, dass bei der Betrachtung des Waldes alle Facetten betrachtet werden. Die neue Vermarktungsgesellschaft ist derzeit im forstwirtschaftlichen Ausnahmezustand, wenn man die Hölzer im Wald betrachtet,“ so Jenny Groß zu Beginn. „Das stimmt, der trockene Sommer der letzten Jahre, der massive Angriff auf die Fichten und zudem der gravierende Borkenkäfer sowie die Sturmschäden, all das summiert sich,“ erklärte Martin Gräf. Hinzukomme, dass das Borkenkäferholz geringere Verkaufserlöse erziele und es komme zu einem Überangebot auf dem Holzmarkt, dies erschwert das Verkaufen von einst gutem Holz zu guten Preisen. Gräf berichtete davon, dass viele Kunden wegbrechen, da sie mit der Qualität des Käferholzes nicht mehr zufrieden seien. „Die Hölzer werden nicht selten in den asiatischen Raum verschifft.“