Emde in Nentershausen fühlt sich in der „Unterwelt“ sehr wohl

Experte für weltweite Bohrtechniken im Tiefbau 

Ein Bauwerk auf ein gutes und sicheres Fundament zu stellen, ist keine leichte Aufgabe. Im übertragenen Sinne lässt es sich sogar hervorragend auf die Politik anwenden. Daran arbeitet die Landtagsabgeordnete Jenny Groß nahezu unermüdlich. Konkret heißt das, sich einen großen Überblick der heimischen Strukturen zu verschaffen, einfach „nah dran“ zu sein. Und was liegt da näher, sich einmal bei einem Profi umzuschauen. Die Firma Emde in Nentershausen ist eine solche. Weltweit tätig und Experte für Spezialbohrwerkzeuge und die Techniken im Tiefbau. Der Grundstein für ein stabiles, tragfähiges Gerüst.

Für Harald Emde, der die Firma vor 40 Jahren gegründet hat, war der Besuch der Politikerin ein Novum und er freute sich sehr über das entgegengebrachte Interesse. Ein Rundgang durch die Betriebshalle sorgte bei Jenny Groß für Staunen:  Mannshohe Spiralen, die für metertiefe Bohrungen in den Untergrund, darunter auch Fels, werden im Westerwald konzipiert, angefertigt, repariert und gewartet. „Sie leisten mit der Bohrtechnik einen wichtigen Teil zur Geothermie bei. Immer mehr Häuslebauer möchten Erdwärme nutzen, da diese eine nachhaltige und kostenlose Energiequelle darstellt. Mit den Bohrern von Ihnen ist dies gut umsetzbar,“ sagt Jenny Groß.

Bohrschächte mit Teleskop-Prinzip lassen im Ansatz erahnen, welchen enormen physikalischen Kräften sie im Einsatz ausgesetzt sind. In der Tat, Harald Emde zeigt sich bis heute darüber fasziniert und er gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er einmal mehr vor eine zunächst unlösbare Aufgabe gestellt wird. Es macht ihn stolz, wenn er eine Lösung findet und seine Kunden ihm bestätigen: Sein Know-how und die Qualität seiner Arbeit wurden zwar mehrfach versucht zu kopieren, aber letztlich nie erreicht. 2018 wird das Unternehmen, zu dem noch ein weiterer Standort in Stassfurt zählt, von einer unabhängigen eigentümergeführten Beteiligungsgesellschaft erworben. Dennoch ist und bleibt Harald Emde mit Herzblut dabei.  

Selbstverständlich ist auch die Pandemie nicht spurlos an dem mittelständischen Unternehmen vorübergegangen. Aufträge sind verschoben oder gar weggebrochen, dennoch konnte eine Kurzarbeit bis jetzt vermieden werden. Sorgen bereitet ferner der zunehmende Fachkräftemangel, von der auch die Firma Emde in Nentershausen nicht verschont geblieben ist. Ein wichtiges Thema zwischen der Landtagsabgeordneten Jenny Groß und Harald Emde war auch die Breitbandversorgung. Hier seien große Mängel und der Betrieb kommt kaum weiter. Auch sie sind darauf angewiesen, mit ihren weltweit agierenden Partnern online zu handeln und Pläne zu versenden, doch dies ist oft nicht vollständig möglich, da die Leitung zu gering ist. „Wir brauchen als Unternehmer viel stärkere Netzanbindung!“, erklärt Emde. Groß unterstütze ihn, sagte aber, dass es derzeit in der VG gute Pläne für Glasfasertechnik gebe, die hoffentlich zeitnah in die weitere Umsetzung gehen.