Unser Wald in der Krise – Jenny Groß informiert sich über das Nasslager und die Folierung von Holzstämmen

Dass in den vergangenen Jahrzehnten unser Wald Veränderungen unterliegt, ist offensichtlich. „Die Trockenheit und die damit ohnehin schon geschwächten Bäume kommen so nur schwer gegen den Borkenkäfer an. Die Bäume können sich bei normalen Bedingungen gegen den Borkenkäfer mittels einer Verharzung wehren. Allerdings bedarf es dafür ausreichend Feuchtigkeit. Ist diese Versorgung mit Wasser durch extreme Trockenheit nicht gegeben, kann der Baum kein Harz produzieren“, erläuterte Forstamtsleiter Friedbert Ritter. „Die Bäume sind damit dem Borkenkäfer schutzlos ausgeliefert!“, schilderte er die dramatische Konsequenz. Das Holz dieser Bäume wird als Kalamitätsholz bezeichnet, ein Holz von minderer Qualität, verursacht durch den Borkenkäferbefall. Bleibt dieses befallene Holz im Wald liegen, würde von diesem eine nicht unerhebliche Gefahr für noch nicht erkrankte Bäume aus. Daher kommen der sogenannten Kalamitätsbewältigung und Vermarktung der gefällten Bäume eine zentrale Rolle zu. Die Landtagsabgeordnete Jenny Groß wollte sich vor Ort, nachdem sie im März bereits im Forstamt Neuhäusel mit Herrn Ritter sprach, ein Bild über die Lage machen und die neuen Projekte direkt ansehen, von denen bereits im Frühjahr gesprochen wurde.

Jenny Groß MdL betonte, dass „der Wald bei uns im Namen Bestandteil ist und er eine zentrale Bedeutung für unser Leben hat. Denn er ist Freizeit-, Touristik- und Wirtschaftsfaktor. Zudem kommt ihm eine nicht unerhebliche ökologische Funktion zu!“
Zudem sehe die Giröderin in Ihrem Heimatdorf täglich die Auswirkungen der beschriebenen Naturereignisse. Unter anderem wollte sie sich über die getroffenen Maßnahmen bezüglich des Kalamitätsholzes informieren, die durchaus variieren können.

In Rheinland-Pfalz wurde die Bundeswehr, durch ein Amtshilfeersuchen des Innenministeriums, um Unterstützung gebeten. Zehn Soldatinnen und Soldaten sind in unseren Wäldern unterwegs und schälen tote Bäume. Den Larven der Borkenkäfer wird dadurch die Nahrung entzogen und sie sterben ab. Diese Einsätze finden auch in unseren Wäldern statt. „Mit Chemie kann man hier nicht arbeiten, diese würde größere Schäden hinterlassen, als dass sie nutzen würde!“, stellt Forstamtsleiter Ritter unmissverständlich klar. Zudem bedarf dieses Holz einer speziellen Lagerung, damit es überhaupt noch vermarktet werden kann. Und hier kommen die Forstämter ins Spiel, die die Lagerungen von Sturmwurf- und Käferholz federführend organisieren. Das Holz schutzlos im Wald liegen zu lassen, würde es dem Borkenkäfer restlos ausliefern. Und damit auch einen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. „Die Preise sind an der Schmerzgrenze, aber immerhin bekommen wir noch 29 € pro Festmeter“, erläuterte der Forstamtsleiter. In unserer Region gibt es erste Projekte, dieses Holz zu lagern. Beispielsweise durch ein Folienlager bei Siershahn oder ein Nasslager bei Höhr-Grenzhausen. Bei einem Folienlager werden die Hölzer Vakuum verpackt und damit der Sauerstoff entzogen – tödlich für jedes ungewünschte Leben in den Hölzern. Bei einem Nasslager wird das Holz dauerhaft feucht gehalten und bei einer Feuchtigkeit von mehr als 20% haben Pilze und eben diese Käfer keine Chance. Die Folienlager liegen in den Kosten bei ca. 20 € pro Festmeter Holz, die Nasslager schlagen mit 10 € pro Festmeter zu Buche. So bleiben dennoch einige Euro an Erträgen über, anstelle eines andernfalls drohenden Totalausfalls von Erträgen.

„Viele Ortsbürgermeister sorgen sich um die kommunalen Haushalte, unter anderem durch die Corona-Pandemie, aber eben auch durch große Abschreibungen im Haushaltsbereich Forst. Daher begrüße ich die Anstrengungen der Forstämter, die letzten verbliebenen Erträge zu schützen“, sagte die Landtagsabgeordnete Groß, die selbst über viele Jahre kommunalpolitische Erfahrung verfügt. Jenny Groß wollte wissen, wie es mit der Wiederbewaldung aussieht. „Es gibt Fördermöglichkeiten die je nach Hölzern zwischen 2 und 6 € pro Pflanze variieren. Hoffnung machen Unternehmen, die bei ihren Bestrebungen zur Co2-Reduzierung auch in solche Maßnahmen investieren und dieses Engagement bei Entschädigungszahlungen anrechnen lassen können. Solche Engagements geben potenziell einen positiven Impuls!“, zeigt sich Ritter überzeugt. Zeitlich vorgelagert stehe allerdings das Konzept für die Wiederbewaldung beziehungsweise Wiederaufforstung. Seit dieser Woche läuft die Waldschadensaufnahme in RLP und man kann schon jetzt absehen, dass die Schäden deutlich zunehmen werden. Die Vorausschau ist ungünstig und Bäume, die geschädigt sind, werden vermutlich nicht gesunden.
Die Strategie ist, da sind sich Experten einig, absehbar: Die Natur wird uns ein wenig vorgeben, in welche Richtung es geht. „Wir werden auch Flächen der Natur überlassen müssen, die wir aus Wirtschaftlichkeits- und Sicherheitsaspekten nicht bewirtschaften und damit planvoll wiederaufforsten können“, so der Forstamtsleiter abschließend.

Jenny Groß erwarten von der Landesregierung ein „stärkeres finanzielles Engagement für besonders betroffene Regionen, wie beispielsweise meinen Wahlkreis im Westerwald!“.