Austausch beim Luftsportclub Westerwald: Ehrenamt, Nachwuchsarbeit und Zukunft des Flugplatzes im Fokus
Auf Einladung des Luftsportclubs Westerwald (LSC) besuchte die Landtagsabgeordnete Jenny Groß den Verein, um sich über die aktuelle Situation und die Herausforderungen des Luftsports in der Region zu informieren. Begleitet wurde sie dabei vom CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 22. März 2026 und Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder.
Da Jenny Groß der Austausch mit den Verantwortlichen des Vereins besonders wichtig war, hatte sie zudem weitere kommunale Entscheidungsträger eingeladen: den Landrat des Westerwaldkreises, Achim Schwickert, sowie den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur, Ulrich Richter-Hopprich.
Zu Beginn stellte der Verein seine Arbeit und seine Entwicklung vor. Im Rahmen eines ausführlichen Rundgangs erläuterte die Vereinsspitze die Aktivitäten des 1952 gegründeten Luftsportclubs. Der LSC Westerwald zählt rund 100 Mitglieder, davon etwa 50 aktive Pilotinnen und Piloten. Das vereinseigene Gelände umfasst rund 200.000 Quadratmeter.
In den vergangenen Jahren hat der Verein erhebliche Investitionen getätigt, um den Standort zukunftsfähig aufzustellen. Dazu zählen unter anderem der Bau einer neuen Flugzeughalle im Wert von rund 250.000 Euro, die Anschaffung eines neuen Motorseglers sowie eines weiteren Segelflugzeugs. Zudem wurde eine Photovoltaikanlage installiert, mit der der Verein auch ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen möchte.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste vom hohen ehrenamtlichen Engagement innerhalb des Vereins. Viele Mitglieder investieren einen großen Teil ihrer Freizeit, um den Flugbetrieb, die Nachwuchsarbeit und die Infrastruktur des Vereins zu sichern.
Gleichzeitig machte der Verein deutlich, dass er aktuell vor wichtigen Herausforderungen steht, die seine Zukunftsfähigkeit betreffen. Hintergrund sind die geplanten Windkraftanlagen auf der Eisbachhöhe. Dabei betonte der Luftsportclub ausdrücklich, dass er sich nicht grundsätzlich gegen den Ausbau der Windkraft stellt. Vielmehr gehe es darum, Lösungen zu finden, die sowohl die Energiewende ermöglichen als auch den sicheren Flugbetrieb und die Zukunft des Vereins gewährleisten.
Im Gespräch stellte der Verein mehrere konkrete Anliegen vor. Im Genehmigungsverfahren für die geplanten Windkraftanlagen regt der LSC unter anderem an, eine Höhenbeschränkung der Nabenhöhe auf 80 Meter zu prüfen, die Anzahl der Anlagen gegebenenfalls zu reduzieren oder eine alternative Platzierung – beispielsweise weiter nach Südosten – in Betracht zu ziehen.
Darüber hinaus ging es um Maßnahmen zur Minimierung möglicher Erschwernisse für den Flugbetrieb. Der Verein sprach sich für die Unterstützung beim Bau einer zusätzlichen Anrollstrecke aus, die ein schnelleres Erreichen der notwendigen Flughöhe ermöglichen soll. Vorgeschlagen wird eine zusätzliche Strecke von zweimal 300 Metern. Hier wünscht sich der Verein sowohl finanzielle Unterstützung als auch ein möglichst unbürokratisches Genehmigungsverfahren.
Jenny Groß betonte, wie wichtig ihr der persönliche Austausch mit Vereinen und Ehrenamtlichen sei: „Der Luftsportclub Westerwald ist ein beeindruckendes Beispiel für gelebtes Ehrenamt und engagierte Nachwuchsarbeit. Gleichzeitig zeigt das Gespräch, wie wichtig es ist, bei großen Infrastruktur- und Energieprojekten die Belange der regionalen Akteure frühzeitig einzubeziehen.“
Für beide Christdemokraten gab es noch noch eine Premiere: das Probesitzen in einem Segelflieger. Neue Erfahrungen gesammelt und beide blieben aber auf dem Boden und der Flug blieb aus.