Digitale Endgeräte in den Schulen: Der Schein trügt

In den letzten Jahren hat die Digitalisierung peu à peu Einzug in die rheinland-pfälzischen Schulen erhalten. Besonders die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung einen kräftigen Schub verpasst, der nach Ansicht der bildungspolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jenny Groß, auch dringend nötig war.

„Es kann nicht sein, dass wir im 21. Jahrhundert an Schulen in Rheinland-Pfalz noch mit Overhead-Projektoren arbeiten und die WLAN-Ausstattung sowie die Versorgung mit digitalen Endgeräten unzureichend ist. Von daher bin ich froh, dass die Corona-Pandemie, verbunden mit dem vermehrten Home-Schooling, die Notwendigkeit der Digitalisierung unserer Schulen und unseres Schulsystems verdeutlicht hat.
Da die Landesregierung immer wieder betont, die Schulen würden im Bereich der Digitalisierung gut vorankommen und ihr Ziel, jedem Kind ein Endgerät zur Verfügung zu stellen, stets bekräftigt, habe ich nach dem Sachstand mittels einer Kleinen Anfrage gefragt“, erklärt Jenny Groß.

Die CDU-Politikerin wollte wissen, inwiefern die Landesregierung die Endgeräte (bspw. iPads) für Digitale Klassen (auch iPad-Klassen oder Laptop-Klassen genannt)fördert, wie die Wartung und Betreuung der Endgeräte organisiert ist und welche Erfahrungen die Landesregierung mit den so genannten iPad- oder Laptop-Klassen bereits gesammelt hat. Darüber hinaus bat sie um Antwort dazu, wie die künftige Digitalisierung des Landes in puncto Ausstattung für den Unterricht aussieht. Ferner wollte Jenny Groß wissen, wie viele Schülerinnen und Schüler in den letzten fünf Jahren ein Endgerät erhalten haben und dies nicht nur für den Unterricht nutzen, sondern damit auch zu Hause lernen können, bzw. wie viele Lehrerinnen und Lehrer in den letzten fünf Jahren ein Endgerät erhalten haben, um ihren Unterricht vorzubereiten.

„Die Antworten auf meine Fragen sind wieder einmal typisch für das Bildungsministerium: viel geschrieben, aber ohne wirklichen Inhalt. Viel Selbstlob, der die Realität vor Ort leider völlig verkennt.
So wurde meine Frage nach der konkreten Laptop-Klassen-Förderung nicht beantwortet, ebenso wenig wie die Frage danach, ob die Geräte nur für die Schule oder auch für zu Hause nutzbar sind.
Bei der Frage nach den Erfahrungen mit solchen Klassen wird der ‘Pilotcharakter‘ dieser Projekte erwähnt und erklärt, dass keine zentrale Erfassung der Erfahrungen erfolgt, denn die Projekte seine vor Ort durch die Schulen und Träger eingerichtet worden.

Hier entsteht für mich der Eindruck, dass die Landesregierung überhaupt keine Interesse an den Erfahrungen der Laptop-Klassen hat, denn sonst würde sie – so ist zumindest mein Verständnis von Projekten – die Erfahrungen sammeln bzw. auf Landesebene bündeln, um daraus weitere Schritte, Maßnahmen und Ideen zu gewinnen bzw. zu entwickeln. Aber auch hier lässt die Landesregierung wieder einmal die Kommunen die Arbeit machen und scheint sich nicht darum zu kümmern, was wirklich in den Schulen los ist, was klappt und was nicht“, so Jenny Groß.

Bezüglich der Frage nach der künftigen Digitalisierung in puncto Unterrichtsausstattung antwortet die Landesregierung, man sei derzeit in Gesprächen „mit Schulleitungen und Schulträgern, um gemeinsam Rahmenbedingungen für die nächsten Schritte zu erarbeiten“. Ziel sei es, „die Geräte gewinnbringend zu nutzen.“

„Im Bereich der Betreuung und Wartung der Endgeräte schiebt die Landesregierung die Verantwortung wieder einmal auf die Schulträger vor Ort. Als CDU-Fraktion halten wir dies für falsch und haben daher bereits seit einigen Jahren die so genannten „Digitalen Assistenten“ gefordert. Wir brauchen an unseren Schulen entsprechende Fachkräfte, die sich um die Geräte und das WLAN kümmern. Sie sind es, die von Landesseite an den Schulen eingestellt und finanziert werden müssten.
Das Land hingegen sieht die Problematik nicht und fördert die Schulträger für den IT-Support nur marginal, sodass Letztere überhaupt keine (finanziellen) Möglichkeiten haben, entsprechende Fachkräfte einzustellen.

Zusammenfassend bleibt mir nur zu sagen, dass wir als CDU weiterhin die ‘Digitalen Assistenten‘ fordern und uns für eine angemessene und zeitgemäße digitale Ausstattung der Schulen, Schulkinder und des Lehrpersonals einsetzen werden“, bekräftigt Jenny Groß abschließend.

 

(Foto-Credentials: Steven Weirather/Pixabay)