CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat führte am Florianstag Gespräch mit den Wehren fort - Jenny Groß MdL vor Ort

„Bei der Freiwilligen Feuerwehr findet man Freunde fürs Leben!“

Sie sind für uns da, wenn wir sie brauchen. Sie garantieren am Tag und in der Nacht unsere Sicherheit. Und sie leisten eine verdammt gute, unverzichtbare Arbeit. Die Rede ist von den über 400 ehrenamtlichen aktiven Kräften in den 14 Feuerwehren der Verbandsgemeinde Bad Marienberg. Der Brandschutz in der Verbandsgemeinde ist, wie in den meisten rheinland-pfälzischen Kommunen, ehrenamtlich organisiert. Umso herausfordernder ist die Tatsache, dass in den kommenden zehn Jahren in den Wehren ein großer personeller Wandel bevorsteht. Viele Kameradinnen und Kameraden aus den geburtenstarken Jahrgängen werden aus Altersgründen aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Mit den Kräften gehen nicht nur quantitativ einige Aktive verloren, sondern vor allem auch Erfahrung und Führungsverantwortung.

Die Christdemokraten luden deshalb am sogenannten Florianstag, die Wehrleitung, die Wehrführer sowie die Jugendwarte zum Nachwuchsgespräch ein. Neben den Führungskräften aus verschiedenen Wehren und dem stellvertretenden Wehrleiter Frank Schiffmann, sind auch die Westerwälder Landtagsabgeordnete Jenny Groß, MdL (CDU), der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Westerwälder Kreistag Dr. Kai Müller und der Fraktionsvorsitzende im Verbandsgemeinderat Martin Halb - Ratsmitglied in der VG Bad Marienberg der Einladung gefolgt und hatte ein offenes Ohr für die verantwortlichen Wehrkräfte.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Jugendarbeit in der Vergangenheit und auch heute das Grundgerüst für die Feuerwehren in der Verbandsgemeinde darstellt. Ungefähr 260 der heute über 400 aktiven Kräfte stammen im Ursprung aus den Jugendfeuerwehren. Ein Pfund, auf welches auch in Zukunft gebaut werden muss. Die Jugendarbeit hat in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg einen hohen Stellenwert. Einige Wehren engagieren sich mit ihren Kräften ehrenamtlich in Kooperationen bei den heimischen Kindergärten und Schulen, sie leiten und betreuen die Bambini- und die Jugendfeuerwehren. Damit werben sie nicht nur für Nachwuchs, sondern sie bieten qualitativ hochwertige Freizeitangebote und bilden die Kinder und Jugendlichen fachlich, technisch und in ihrer Persönlichkeit weiter. Trotzdem wird es für die Wehren immer schwerer, Kinder und Jugendliche für ein Engagement zu gewinnen. Gründe dafür gibt es unterschiedliche.

Zum einen hat sich die Anzahl der Freizeitangebote deutlich erhöht und zum anderen sind die potenziellen Nachwuchskräfte zum großen Teil ganztags in der Schule. Auch die Corona-Pandemie hat die Tendenz verstärkt. Um hier zu reagieren sind vor allem die Eltern gefragt, denn diese spielen bei der Hobbysuche der Kinder die entscheidende Rolle. Marvin Kraus und Simon Bothe, Organisatoren des Gesprächs, appellierten im Namen der CDU-Fraktion an die Eltern in der Verbandsgemeinde: „Schicken Sie den Nachwuchs in die Vereine und zu den Feuerwehren, gerade bei einem Engagement in der Feuerwehr geht man zusammen durch dick und dünn und vor allem findet man Freunde fürs Leben“.

Ein weiterer wichtiger Punkt in dem Gespräch war die Weiter- sowie die Fortbildung der aktiven Wehrkräfte. Die Westerwälder Landtagsabgeordnete Jenny Groß erreichte vermehrt aus den Verbandsgemeinden der Hilferuf, dass die Feuerwehr- und Katastrophenschutzakademie Rheinland-Pfalz (LFKA) bei weitem nicht mehr den Bedarf an Seminaren und Lehrgängen decken kann. Deshalb stellte die Christdemokratin eine schriftliche Anfrage an die Landesregierung, mit deren Antwort sie äußerst unzufrieden ist: „Die LFKA kann nicht im Ansatz den aktuellen Lehrgangsbedarf bedienen. Das ist ein verheerendes Signal an alle ehrenamtlichen Wehrkräfte und erst recht an die Träger des Brandschutzes“.

Wie der Antwort auf die Anfrage zu entnehmen ist, sind die Zahlen bei der Bewilligung und der Zuteilung der Lehrgangsplätze gering. Im Jahr 2018 gab es bezogen auf den Westerwaldkreis 387 und im Jahr 2019 389 Bedarfsmeldungen. In beiden Jahren konnten allerdings nur knapp jeweils 200 Plätze bedient werden. In den beiden Corona-Jahren hat sich die Situation laut der Abgeordneten weiter verschärft. „Im Jahr 2020 konnten im Westerwaldkreis nur 88 und im Jahr 2021 sogar nur 65 Plätze zugeteilt werden“, so Jenny Groß MdL. Die Abgeordnete Groß kritisierte diese Situation scharf: „Wenn das Land hier nicht endlich etwas ändert, droht in den rheinland-pfälzischen Feuerwehren ein personeller Flächenbrand“.

Damit wurde nochmal deutlich, dass die Kommunalpolitik sicherlich nicht die großen Schrauben bei den Herausforderungen im ehrenamtlichen Brandschutz bewältigen kann. Hier müssen die entsprechenden Weichen in Mainz und Berlin gestellt werden. Aber die Gremien der Verbandsgemeinde Bad Marienberg haben die Möglichkeit, vereinzelte Stellschrauben zu drehen. Vor allem ist es wichtig, weiterhin mit den Wehren geschlossen nach außen zu gehen und den Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft deutlich zu machen: „Unsere Feuerwehren leisten eine verdammt gute, unverzichtbare Arbeit“!

 

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