Wie läuft es mit dem „Impfen in Apotheken?“ - Jenny Groß MdL fragt nach

Ein großes Thema ist zurzeit das Impfen gegen COVID SARS-2 durch die niedergelassenen Apotheken. In Rheinland-Pfalz ist dies seit diesem Monat möglich, doch wird es angenommen und gibt es überhaupt Angebote?

„Die Bekämpfung der Pandemie und die aktuell diskutierten Öffnungsschritte sind in der Bevölkerung ein Thema. Mir ist wichtig vor Ort nachzufragen, wie die Praxis die Möglichkeit des Impfens in den Apotheken sieht,“ so Jenny Groß MdL. Nach Vorstellung der Bundesregierung sollen ausgebildete Apotheker die Ärzte sowie die stationären als auch die mobilen Impfeinrichtungen bei den Impfungen unterstützen, um möglichst schnell viele Menschen mit dem COVID Impfstoff zu versorgen. Doch inwiefern ist die Theorie auch umsetzbar?

Kürzlich besuchte die Landtagsabgeordnete Jenny Groß gemeinsam mit dem Wallmeroder Ortsbürgermeister Ulf Ludwig dazu den Apotheker Michael Geißler (Amts-Apotheke in Wallmerod und Eisbachtal-Apotheke in Nentershausen) und fragte nach.

„Zum einen ist es mir ein Rätsel, weshalb man erst so spät die Corona Impfschutzverordnung änderte (Dez. 2022), um die rechtlichen Voraussetzungen für das Impfen in Apotheken zu schaffen. Geplant war es ja schon seit Mitte letzten Jahres, dass sich die Apotheken möglichst schnell am Impfen beteiligen sollen. Nach der dann erfolgten Änderung der einschlägigen Gesetze im Dezember war es erst seit Januar 2022 möglich, dazu im Rahmen einer Fortbildung Apotheker zu schulen. Dies wird dann in aller Regel durch die Landesapotherkammern organisiert. Diese können nach eigener Aussage aber nicht genügend Plätze zur Verfügung, stellen, was angeblich an der mangelnden Bereitschaft der Ärzte liegt, sich für solche Seminare zur Verfügung zu stellen,“ moniert Michael Geißler und führt weiter aus: „Ein weiterer Punkt ist der tatsächliche Bedarf an diesem zusätzlichen Impfangebot. Nach den Impfstoffengpässen im Dezember haben wir jetzt zwar ein ausreichendes Angebot an Impfstoffen. Leider wurden von der Bundesregierung hauptsächlich Biontech-Impfdosen an bedürftige Länder verschenkt. Der jetzt hauptsächlich zu Verfügung stehende Impfstoff von Moderna hat in Deutschland allerdings eine sehr niedrige Akzeptanz. Dadurch bedingt haben sich viele Impfwillige an mehreren Stellen für einen Impftermin registriert lassen in der Hoffnung, doch noch eine Dosis der Firma Biontech zu bekommen. Nach erfolgter Impfung wurden leider die jetzt nicht mehr benötigten Impftermine durch die Patienten nicht mehr abgesagt. Dies hat zur Folge, dass unsere Ärzte einen Vorrat an Impfstoffen haben bei mittlerweile auch geringerer Nachfrage nach Impfterminen.“

Am Ende konstatiert Michael Geißler und hält fest: „Es macht deshalb für unsere Apotheken keinen Sinn mehr, jetzt auch noch ein zusätzliches Impfangebot zu schaffen. Der Aufwand an Personal und Mitarbeiter steht dann in keinem Verhältnis mehr zur Vergütung. Außerdem müssen wir einen Arzt benennen, der im Falle einer gravierenden Impfreaktion zur Verfügung steht. Dies ist in aller Regel nur schwer zu bewerkstelligen. Welcher Arzt steht ohne Vergütung einen ganzen Tag lang in Bereitschaft?“

Beide Gesprächspartner sind sich einig, dass es sinnvoll gewesen wäre, gesetzliche Voraussetzungen zeitnah zu schaffen und die Hürden möglich unbürokratisch zu gestalten. Somit hätten zum Beispiel die Kammern frühzeitig Seminarangebote organisieren und Apotheken sich für die Durchführung vorbereiten und dann am Impfen beteiligen können, als es noch einen erhöhten Bedarf gab.