CDU-Vertreterinnen besuchen Fritz Stephan GmbH – Bürokratie gefährdet Innovationen und Versorgungssicherheit
Gackenbach. Die Landtagsabgeordnete Jenny Groß (CDU) und Susanne Görg, Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat Montabaur, besuchten gemeinsam die Fritz Stephan GmbH – einen weltweit anerkannten Spezialisten für Beatmungs- und Medizintechnik, insbesondere im Bereich der Kinder- und Neonatologie.
Im intensiven Austausch mit den Geschäftsführern Bernd Höhne und Jan Schliecker wurde deutlich: Überbordende EU-Regulierungen und nationale Bürokratie gefährden zunehmend die Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Lieferfähigkeit mittelständischer Medizintechnikunternehmen.
Die Geschäftsführer machten klar, dass der administrative Aufwand für Zulassungen und Dokumentationen mittlerweile extreme Ausmaße angenommen hat.
„Von 190 Mitarbeitenden arbeiten allein 40 ausschließlich an Regularien und Zertifizierungen. Das ist ein immenser Kraftakt, der Ressourcen bindet, die eigentlich in Innovation und Entwicklung gehören“, berichtet Jan Schliecker. Die EU-Regularien verlangen inzwischen sogar die Bewertung von Konkurrenzprodukten – ein Schritt, der in der Branche als Ausdruck von Misstrauen und Überwachung empfunden wird. Früher reichten TÜV-Gutachten aus. Nach dem europäischen „Gipsskandal“ wurden die Regeln massiv verschärft – mit gravierenden Folgen: Manche medizinisch notwendigen Produkte verschwinden vom Markt, weil die Zulassungshürden zu hoch geworden sind.
Mit Blick auf das Lieferkettengesetz und die Pflicht, jeden Rohstoff lückenlos nachzuweisen, betonte Bernd Höhne: „Die Anforderungen sind kaum noch praxisgerecht. Bürokratie ist die einschränkende Religion von heute.“
Die Fritz Stephan GmbH exportiert weltweit – besonders nach Deutschland, Zentraleuropa und Asien. In China arbeitet das Unternehmen weiterhin erfolgreich vor Ort und lässt Geräte montieren.
Höhne und Schliecker machten jedoch deutlich, dass widersprüchliche politische Signale – etwa durch Bundesminister Habeck – den Rahmen zusätzlich erschweren.
Die geplante Stephan Academy – ein Ausbildungszentrum für Kinderärzte in Kambodscha und Thailand – war bereits genehmigt. Doch die zuständige Stelle der GEZ in Bad Nauheim stoppte das Projekt kurzfristig mit der Begründung, man müsse Mittel für den Wiederaufbau der Ukraine bereithalten.
Die neuesten Geräte können mithilfe von KI Regelkreise automatisch steuern, was insbesondere Frühchen zugutekommt. Doch Datenschutzhürden bremsen Fortschritte. Zudem zwingt die MDR (Medical Device Regulation) funktionierende Geräte wegen ablaufender Zertifikate vom Markt – obwohl sie tadellos arbeiten. Jenny Groß MdL zeigte sich nach dem Besuch tief beeindruckt – und klar in ihrer Forderung: „Wenn wir wollen, dass Unternehmen wie die Fritz Stephan GmbH weltweit Spitzenmedizin liefern, müssen wir ihnen endlich Luft zum Atmen geben. Bürokratie darf nicht länger Innovation, Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze gefährden. Die Medizintechnik ist ein Schatz unserer Region. Wir brauchen weniger Misstrauensregulierung und mehr Vertrauen in unsere mittelständischen Betriebe.“
Die CDU will die Anliegen der Fritz Stephan GmbH in die politische Arbeit auf Landes- und Bundesebene einbringen – und sich für bürokratische Entlastung, schnellere Zulassungsverfahren und verlässliche internationale Rahmenbedingungen einsetzen.