Kerosinablass über dem Westerwaldkreis

Nachdem eine Militärmaschine am 13. Oktober 2022 rund sieben Tonnen Treibstoff über Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen abgelassen hat, wovon hauptsächlich der Westerwaldkreis betroffen war, wollte die heimische Landtagsabgeordnete Jenny Groß mehr über die Hintergründe wissen und stellte eine Kleine Anfrage an die Landesregierung.

Die CDU-Politikerin fragte zunächst nach dem Grund des Kerosinablasses und nach der Flughöhe, in der dies geschah.
Darüber hinaus bat sie die Landesregierung um eine Stellungnahme dazu, welche Gefahren für die Menschen und die Umwelt vom Kerosinablass ausgehen, welche Gefahren bzw. Nachwirkungen die Landesregierung durch den jüngsten Kerosinablass über dem Westerwald sieht und ob es Untersuchungen für die Region Westerwald gibt, sodass die Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur herausgefunden werden können.
Jenny Groß hat zudem eine allgemeine Positionierung der Landesregierung beim Ablass von Kerosin über Rheinland-Pfalz gebeten.

Die Landesregierung gibt in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage an, dass (nach den Informationen des Bundesministeriums der Verteidigung) ein technisches Problem des Flugzeuges der Grund für den in einer Flughöhe von ca. 5.500 Metern erfolgten Kerosinablass war.
Auf die Frage nach möglichen Untersuchungen, um mehr über die Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur herauszufinden, antwortet die Landesregierung ausweichend und betont, dass sie „die Befürchtungen der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst“ nimmt. Jedes Kerosinablass-Ereignis würde geprüft und die Messwerte analysiert werden. Bis dato konnte das Landesamt für Umwelt keine Überschreitungen der Grenzwerte feststellen.

„In ihrer Antwort schreibt die Landesregierung auch, dass 'der Einfluss von Treibstoffablässen‘ bislang nicht festgestellt werden konnte. Es ist in meinen Augen wichtig zu wissen, welchen Einfluss jedes Ablassen von Kerosin auf die Umwelt hat“, so Jenny Groß MdL.

Auf die Fragen nach besagten Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt und wie die Landesregierung im Allgemeinen zum Treibstoffablass steht, führt die Landesregierung an, dass Notsituationen diese Kerosinablasse bedingen würden - beispielsweise bei technischen Problemen an Bord, oder auch bei medizinischen Notfällen, um überhaupt eine sichere Landung gewährleisten zu können.

Laut Auskunft der Landesregierung sind Situationen, in denen Problem- oder Notfallbedingt Kerosin abgelassen werden muss, im deutschen Luftraum sehr selten. Darüber hinaus seien „kaum gesundheitsrelevante Schadwirkungen durch Treibstoffschnellablässe zu erwarten“. Dies sei auch durch ein wissenschaftliches Gutachten bestätigt, welches die „Umweltauswirkungen durch Ablassereignisse auf die Bereiche Boden, Luft und Wasser sowie auf die menschliche Gesundheit“ untersucht hat. Die Landesregierung erklärt weiter, dass „Kerosinablässe als unkritisch eingestuft“ werden.

„Ich hoffe sehr, dass die Landesregierung bzw. das Bundesministerium Recht behalten werden und es keine gesundheitlichen oder naturschädlichen Auswirkungen des Treibstoffablasses im Westerwald geben wird. Schließlich wollen wir alle gesund leben und uns an unserer wunderschönen Natur erfreuen“, so Jenny Groß abschließend.

Die CDU-Politikerin kündigt an, auch bei künftigen Ereignissen nachzufragen, denn Schaden von Mensch und Umwelt müsse unbedingt verhindert werden.


(Foto-Credentials: Dominic Wunderlich/Pixabay)